MVZ Prenzlauer Berg

Kinderchirurgie mit Schwerpunkt Kinderurologie

Adresse
MVZ Prenzlauer Berg
Fröbelstraße 15
10405 Berlin
(030) 130 16 1440 kindermvz@vivantes.de

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  • Hodenhochstand

  • Phimose

  • Einnässen im Kindesalter

    Normale Entwicklung der Sauberkeit (Harnkontinenz)

    • Neugeborene: keine Steuerung der Blasenfunktion durch das Großhirn Funktion als sog. „Reflexblase“ durch Reflexe über das Rückenmark Fassungsvermögen der Harnblase ca. 30ml ca. 1-2h kontinent, dann reflektorische unwillkürliche Entleerung

    • 1. Lebensjahr: erstes Bewusstwerden des Harndranges Steigerung der Blasenkapazität auf ca. 60ml Verlängerung der Entleerungsintervalle

    • 2. Lebensjahr: bewusste Wahrnehmung von Blasenfüllung und Harndrang erste verbale oder nonverbale Signale des Harndrangs mit kurzem Intervall Blasenkapazität ca. 100ml instabile Funktion und Kontrolle (Drangsymptomatik)

    • 4. Lebensjahr: zunehmend bewusste, willkürliche Kontrolle der Blasenfunktion Verlängerung des Intervalls zwischen Harndrang und Miktionsbeginn durch größere Blasenkapazität

    • 6. Lebensjahr: Kontrolle der Blasenentleerung tagsüber Möglichkeit der bewussten Einleitung und Unterdrückung der Blasenfüllung nachts wird bemerkt und kann zurückgehalten werden (ca. 70%)

    Einnässen

    Die individuell verlängerte Entwicklung oder Störungen der Reifungsprozesse (Reflexbahnung) für die Steuerung der Blasenfunktion durch das Großhirn zeigen sich als sog. Drangsymptomatik mit Einnässen. Die Kinder werden durch häufige, ungebremste unwillkürliche Kontraktionen der Harnblase überrascht.

    Organische Ursachen, können durch die Ausbildung einer zu kräftigen Blasenwandmuskulatur z.B. infolge von Einengungen der Harnröhre zu ähnlichen Symptomen führen und müssen deshalb vor einer Behandlung immer durch eine Uroflowmetrie ausgeschlossen werden.

    Enuresis

    Als Enuresis bezeichnet man die ungewollte, vollständige und normale Blasenentleerung an einem unangemessenen oder sozial unakzeptablen Zeitpunkt oder Ort (überwiegend nachts).

    Die Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt. Vermutet werden Hemmungen der Entwicklung der Wahrnehmung im Unterbewusstsein (Wach werden bei Harndrang), genetische Faktoren (familiäre Häufung), ein relativer Mangel an einem bestimmten Hormon (ADH) zur Regelung der Flüssigkeitsausscheidung (Tag-Nacht-Rhythmus) und emotionale oder Verhaltensstörungen sowie psychosoziale Stresssituationen

    Therapie des Einnässens im Kindesalter

    Eine Therapie sollte erst ab dem 5. Lebensjahr und immer abhängig vom individuell bestehenden Leidensdruck erfolgen, um dem normalen Entwicklungsprozess genügend Zeit zu geben. Organische Ursachen müssen vor einer Therapie durch Ultraschall-Untersuchungen und eine Uroflowmetrie ausgeschlossen werden.

    Die Drangsymptomatik mit Einnässen kann durch Tabletten (Anticholinergica) behandelt werden, welche die Blasenmuskulatur entspannen und damit das Fassungsvermögen der Harnblase vergrößern. Eine solche Therapie dauert mindestens 9 Monate.

    Die Enuresis kann medikamentös durch Reduktion der Flüssigkeitsausscheidung während der Nacht oder apparativ durch ein Reflextraining mit einer sog. Klingelhose behandelt werden.

    Verhaltenstherapie und Psychotherapie können die Behandlung unterstützen. Die Kombination dieser genannten Therapieoptionen ist oft hilfreich.

  • Uroflowmetrie

    Bei der Uroflowmetrie sitzt der Patient auf einer speziellen Toilette, mit der während des Wasserlassens das entleerte Volumen, die Geschwindigkeit der Entleerung und mittels Klebeelektroden zwischen den Beinen die Funktion der Beckenbodenmuskulatur (EMG) während der Blasenentleerung errechnet und aufgezeichnet werden.

    Da für eine möglichst exakte Bestimmung der Parameter meist 2 oder 3 Blasenentleerungen erforderlich sind, sollen die Patienten zuvor reichlich trinken Bringen Sie deshalb ausreichen Zutrinken mit und rechnen Sie bitte ausreichend Zeit für die Untersuchung ein (2 – 3 Stunden).

  • Jungensprechstunde

    In der Jungensprechstunde werden vergleichbar zur gynäkologischen Betreuung der Mädchen geschlechtsspezifischen Problemen von Jungen vor und während der Pubertät behandelt.

    Der Kinderarzt wird von den Jugendlichen oft als nicht mehr zuständig angesehen. So werden manche Erkrankungen oder Entwicklungsstörungen bei männlichen Jugendlichen oft sehr spät oder gar nicht erkannt. Das wiederum kann zu schweren gesundheitlichen Problemen im Erwachsenalter führen, die dann zum Teil nur noch unzureichend therapierbar sind.

    Die Jungensprechstunde ist interdisziplinär und ein Angebot für alle Jungen, die ihre gesundheitlichen Probleme vor bzw. während der Pubertät, oder auch nur spezielle Fragen zu ihrem Körper und dessen Entwicklung mit einem dafür geschulten Arzt oder einer Ärztin besprechen möchten.