MVZ Neukölln

Pränatale Diagnostik

Adresse
Mutter-Kind-Zentrum
Kormoranweg 45
12351 Berlin
(030) 130 14 2892

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Pränatale Diagnostik im II. und III. Trimester

Ultraschalluntersuchungen können im II. und III. Trimenon zur Überprüfung der kindlichen Organe („Feindiagnostik“), des Herzens („fetale Echokardiographie“) und zur Beurteilung des fetalen Wachstums und Wohlbefindens durchgeführt werden. Ultraschalluntersuchungen sind nach heutigem Wissenstand für Mutter und Kind absolut ungefährlich. Dies gilt auch für kombinierte Doppler- und Farbdoppleruntersuchungen bei Verwendung moderner Ultraschallgeräte und kurzen Untersuchungszeiten, was wiederum erfahrene Untersucher voraussetzt.

Es soll jedoch nicht unerwähnt bleiben, dass es trotz modernster Technik und erfahrenen Untersuchern objektive Grenzen hinsichtlich der Sicherheit der Diagnose gibt. Die Aussagekraft jeder Art der Ultraschalluntersuchung kann eingeschränkt sein bei:

  • echoreichen Bauchdecken (z.B. Adipositas, Verwendung von Cremes, Öl oder Lotionen)
  • ungünstiger Lage des Kindes
  • verminderter Fruchtwassermenge
  • Mehrlingen
  • übermäßigen Kindsbewegungen

Darüber hinaus gibt es angeborenen Erkrankungen, die im Ultraschall grundsätzlich nicht sichtbar sind (z.B. Stoffwechselerkrankungen). Genetische Erkrankungen (z.B. Down-Syndrom) sind nicht zwangsläufig mit kindlichen Auffälligkeiten im Ultraschall verbunden, so dass mittels Ultraschall eine solche Erkrankung nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Zudem sind im Verlauf der Schwangerschaft Veränderungen möglich, die zum Zeitpunkt der Untersuchung nicht vorhersehbar sind (z.B. Folgen von Infektionen, Blutungen u.a.).

Zum Teil lassen sich die "Grenzen der Ultraschalldiagnostik" durch zusätzliche Untersuchungen (z.B. invasive Diagnostik, Blutuntersuchungen) überwinden, wenn entsprechende Anhaltspunkte bestehen oder dies von Ihnen gewünscht wird, ein kleiner Anteil entzieht sich jedoch jeglicher Möglichkeit der vorgeburtlichen Diagnostik.

Daher kann eine Ultraschalluntersuchung nie eine 100%ige Garantie für die Gesundheit des Kindes geben, gleichwohl die Wahrscheinlichkeit, ein gesundes Kind zu bekommen, nach einem unauffälligen Ultraschallbefund bei über 90% liegt.

  • Feindiagnostik

    In der ca. 20. SSW können Sie einen eingehenden Organ-Ultraschall durchführen lassen. Dieser ist wesentlich umfangreicher als der gemäß den Mutterschaftsrichtlinien vorgesehene Ultraschall in diesem Zeitraum. Neben speziellen Geräten erfordert er auch große Erfahrung des Untersuchers.

    Ziel dieser Untersuchung ist die Darstellung und Beurteilung der Funktion kindlicher Organe, der Fruchtwassermenge, der Plazenta, sowie die Beurteilung des kindlichen Wachstums und des Bewegungsmusters des Kindes. Zur Ergänzung der konventionellen Ultraschalldiagnostik können auch die Möglichkeiten der Dopplersonographie sowie 3D- und 4D-Techniken eingesetzt werden. Dabei geht es in erster Linie darum, Fehlbildungen und kindliche Erkrankungen weitestgehend auszuschließen und damit zu einem entspannten Verlauf der Schwangerschaft beizutragen.

    Eine Ultraschall-Untersuchung kann allerdings niemals alle körperlichen Auffälligkeiten Ihres Kindes erkennen. Auch kann mit der Ultraschalluntersuchung eine genetische Erkrankung nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden, sie kann aber evtl. Hinweis auf das Vorliegen einer solchen Erkrankung liefern.

    In erster Linie dient diese umfassende Untersuchung dazu, eine Diagnose (welche ggf. noch mit weiteren diagnostischen Schritten überprüft werden muss) zu stellen, um dann das weitere Vorgehen und die Betreuung zu planen.

    Wird eine Erkrankung oder Fehlbildung Ihres Kindes festgestellt, so können wir gemeinsam mit Ihnen rechtzeitig Konsequenzen für den weiteren Schwangerschaftsverlauf (z.B. weitere Diagnostik oder Therapiemöglichkeiten) oder die Geburt (z.B. Einbindung weiterer Spezialisten, Auswahl der Entbindungsklinik) besprechen.

    Diese Untersuchung ist kein Bestandteil der normalen Schwangerschaftsvorsorge nach den Mutterschutzrichtlinien. Sie ist allerdings zu empfehlen bei:

    • Erhebung eines auffälligen oder unklaren Ultraschallbefundes durch Ihren behandelnden Frauenarzt
    • erhöhtem Alter der Mutter und Verzicht auf invasive Diagnostik, erhöhtem Alter des Vaters
    • mütterlichen Erkrankungen wie z. B.: Diabetes mellitus, Autoimmun-Erkrankungen
    • angeborenen Fehlbildungen in der Familie
    • Mehrlingsschwangerschaften
    • Komplikationen in vorausgegangenen Schwangerschaften
    • Medikamenteneinnahme, Strahlenexposition, Alkohol- und Drogenkonsum etc.
    • Erkrankungen (z.B. Infektionen) oder Komplikationen in der Schwangerschaft
    • Zustand nach Sterilitätsbehandlung

    In diesen Fällen werden die Kosten in der Regel von den Krankenkassen übernommen.

    Bei Feststellung einer Erkrankung oder Fehlbildung bieten wir eine umfangreiche Beratung an. Dazu gehören auch interdisziplinäre Konsile, bei denen je nach Fragestellung die entsprechend notwendigen Spezialisten (Genetiker, Kinderärzte, Kinderchirurgen, Kinderkardiologen, Orthopäden, Neurologen, Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen) hinzugezogen werden. Wir planen und organisieren mit den betroffenen Eltern die weitere Betreuung der Schwangerschaft und Geburt. Auch das Angebot einer psycho-sozialen Beratung und Betreuung ist Teil dieses Konzepts.

  • Fetale Echokardiographie

    Ein Bestandteil der weiterführenden Organ-Diagnostik ist die fetale Echokardiographie. Diese Beurteilung des kindlichen Herzens und der großen Blutgefäße ist (mehr noch als die Beurteilung eines jeden anderen Organsystems) davon abhängig, wie qualifiziert und erfahren der Untersucher ist.

    Dank der zunehmenden Verbesserung der Geräte und durch die Qualifizierung besonderer Ärzte kann jedoch ein Großteil der Herzfehlbildungen bereits zwischen 13 und 14 SSW erkannt bzw. ausgeschlossen werden.

    Die endgültige Beurteilung des Herzens, seiner Funktion und der Blutflüsse, erfolgt jedoch erst zwischen 19 und 21 SSW und sollte in der Regel mit der 22./23. SSW abgeschlossen sein. Zu einem späteren Zeitpunkt in der Schwangerschaft ist die Diagnostik häufig durch die ungünstige Lage des Kindes sowie durch die schlechte Schalldurchlässigkeit der Rippen beeinträchtigt.

    Im Rahmen der Echokardiographie kontrollieren wir:

    • Lage, Größe und Symmetrie des Herzens
    • Anatomie der Herzstrukturen
    • Funktion der Herzklappen und -kammern
    • Schlagfrequenz des Herzens
    • Lage der großen arteriellen und venösen Gefäße
    • Blutfluss in den Herzkammern und den anschließenden Gefäßen

    Mit Hilfe der fetalen Echokardiographie lassen sich die meisten der angeborenen Herzfehler (ca. 80-90 %) erkennen. Es gibt jedoch auch Herzfehler, die in der 20. Schwangerschaftswoche noch nicht (oder schwer) erkennbar sind. Dazu gehören Verengungen an den Herzklappen, deren Folgen erst später sichtbar werden. Auch ein kleines „Loch" in der Trennwand der Herzkammern ist nicht immer feststellbar.

    Die meisten angeborenen Herzfehler können heutzutage sehr gut operiert werden. Die Erfolgsrate der Behandlung steigt nachweislich bei vorgeburtlicher Entdeckung – auch wenn diese Diagnose zunächst Ängste bei den Eltern auslöst.

    Bei Feststellung bzw. einem Verdacht auf einen Herzfehler erfolgt eine gezielte Beratung im Rahmen eines perinatologischen Konsils unter Hinzuziehung von Kinderkardiologen. Wir besprechen mit Ihnen, wo und unter welchen Bedingungen die Geburt stattfinden sollte und wie das Vorgehen nach der Geburt aussieht.

  • Wachstums- und Blutflusskontrollen (Doppler-Untersuchung)

    Mittels Ultraschall kann das Wachstums Ihres Kindes verfolgt werden. Dies ist insbesondere wichtig bei Risikoschwangerschaften (z.B. Diabetes, Hypertonie). Wiederholte Messungen zum Wachstumsverlauf sollten aber in einem ausreichenden Zeitabstand (ca. 2 Wochen) durchgeführt werden, um keine falsch auffälligen Befunde zu erheben.

    Der Doppler-Ultraschall beruht auf einem besonderen physikalischen Effekt und bildet den Blutfluss in den kindlichen und einigen mütterlichen Gefäßen ab. Der Doppler-Ultraschall birgt wie auch der herkömmliche Ultraschall kein Risiko für Sie als Schwangere und Ihr ungeborenes Kind.

    Die Untersuchung gibt Aufschluss über akute oder chronische Mangelzustände der Versorgung des Ungeborenen sowie über die Funktion der Plazenta (Mutterkuchen).

    Wann ist eine Doppler-Untersuchung sinnvoll?

    Eine Doppleruntersuchung in der Schwangerschaft kann bei den folgenden befunden indiziert sein:

    • Verdacht auf Wachstumsverzögerung oder Wachstumsstillstand des Kindes
    • Schwangerschaftsbedingte Erkrankung (z.B. Hypertonie, Diabetes, Nierenerkankungen) der Mutter
    • Zustand nach Mangelgeburt oder intrauterinem Fruchttod
    • Zustand nach Hochdruckerkrankung in der Schwangerschaft
    • Auffälligkeiten der Fruchtwassermenge
    • Auffälligkeiten der fetalen Herzfrequenz
    • Abklärung bei Verdacht auf Herzfehler/Herzerkrankungen
    • Begründeter Verdacht auf Fehlbildung/fetale Erkrankung
    • Mehrlingsschwangerschaften
    • Infektionen (z.B. Ringelröteln [Parvovirus-Infektion])

    Die Doppler-Untersuchung kann zu Ihrer Beruhigung beitragen, wenn sich ein ausgesprochener Verdacht nicht bestätigt. Sie hilft uns aber auch, frühzeitig Situationen zu erkennen, in denen Handlungsbedarf besteht. Dabei kann eine intensive vorgeburtliche Betreuung oder in Einzelfällen eine intrauterine Therapie oder vorzeitige Entbindung notwendig werden.

  • 3D/4D-Ultraschall

    Eine Weiterentwicklung des herkömmlichen zweidimensionalen Ultraschallbildes ist die räumliche, dreidimensionale Darstellung des Kindes.

    Immer mehr werdende Eltern interessieren sich auch für die Möglichkeiten des 3D/4D-Ultraschalls. Dabei steht sicher das faszinierende Bild im Vordergrund.

    Wir sehen in diesem modernen Verfahren jedoch in erster Linie eine Ergänzung bei speziellen Fragestellungen. Aus diesem Grund setzen wir die 3D/4D-Darstellung besonders dann ein, wenn wir dadurch zusätzliche diagnostische Hinweise erwarten können und es die Untersuchungsbedingungen zulassen.